15 April 2020

Was du über eine Rezession wissen solltest

Die Story

Mittlerweile löst nicht nur das Coronavirus Angst und Unsicherheit aus, sondern vor allem auch die wirtschaftlichen Folgen. Die Rezession ist das Schreckgespenst der Stunde. Bei den meisten weckt der Begriff keine schönen Erinnerungen…

Kurze Frage: Was versteht man nochmal unter einer Rezession?

In der Schule hat man dir wahrscheinlich beigebracht, dass im Fall einer Rezessiondie Wirtschaft mindestens zwei Quartale hintereinander im Vergleich zum jeweiligen Vorjahresquartal schrumpft. Doch wie bei vielen anderen Dingen ist es eine Frage der Definition. Andere ziehen nämlich beispielsweise ein gesamtes Kalenderjahr zum Vergleich. So oder so, der Internationale Währungsfonds als auch die Welthandelsorganisation sagen sie steht kurz davor.

Und ist das normal?

Wir erinnern dich zwar ungern an die Finanzkrise im Jahr 2008, aber diese hat die letzte Rezession hervorgerufen. Seither ist die Wirtschaft gewachsen und da das eine ganze Weile her ist, führt es entsprechend zu der Erwartung, dass es immer bergauf geht. Doch wie so oft im Leben hat alles seine guten und schlechten Zeiten. In der Wirtschaft ist es nichts anderes. Von 1950 bis 2019 durchlief die Bundesrepublik 13 sogenannten Konjunkturzyklen. In den vergangenen 8 kam es dabei auch zu einer Rezession. 

Und woran merke ich das?

Der Arbeitsmarkt ist in jedem Fall nicht mehr so freundlich wie noch vor Kurzem. Schon jetzt haben mehr als 725.000 Betriebe Kurzarbeit angemeldet und viele ihre Neueinstellungen auf Pause gestellt. Die Arbeitslosigkeit dürfte somit auch ansteigen. Kein Wunder, dass die Bevölkerung dann auch nicht gerade in Kauflaune ist. Der Konsum geht entsprechend zurück, was wiederum die Gewinne der Unternehmen nach unten drückt und den Aktienmarkt in den Sinkflug übergehen lässt. Du ahnst es, im schlimmsten Fall führt das zu einem Teufelskreis. Aber zum Glück gibt es ja noch die Regierung…

Wie hilft die Regierung?

Was die Geldpolitik angeht, sind der Bundesregierung die Hände gebunden. Darum kümmert sich nämlich die EZB. Spielraum hat sie aber bei ihrem eigenen Haushalt. Entsprechend wurde bereits beschlossen die Schuldenbremse auszusetzen. Eine Neuverschuldung von 165 Milliarden Euro ist stattdessen vorgesehen. Zudem gibt es zahlreiche weitere Maßnahmen für Unternehmen, Selbstständige sowie für Familien und ärmere Menschen. Auch die Bundesländer planen eigene Maßnahmen zur Stärkung ihrer Wirtschaft.

Und was kann ich in der Zwischenzeit machen?

Dich nicht nur mental, sondern vor allem finanziell vorbereiten:

Plane deine Ausgaben um: auch wenn es nicht unbedingt Spaß macht, wirf einen Blick auf dein Bankkonto und die Kreditkartenauszüge, um dir einen Überblick zu verschaffen. Monatskarten für die öffentlichen Verkehrsmittel, aber auch gewisse Abos (denk an das Fitnessstudio, Zeitschriften oder Beauty-Boxen) kannst du womöglich auf Eis legen oder komplett kündigen.

  • Wenn es hart auf hart kommt: kannst du derzeit auch deine Miete, Kredite, Versicherungen sowie die Energieversorgung aussetzen. Aber hey, diese haben noch immer Vorrang. Denn aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Es kann sich ganz schön viel auftürmen, dass sich auch in besseren Zeiten schwer abbezahlen lässt.

Spare so viel wie du nur kannst: deine üblichen Restaurantrechnungen musst du nicht gleich mit dem Lieferservice abdecken und auch andere Kosten, die du in Zeiten des Kontaktverbots einsparst, wandern im besten Fall direkt in dein Sparschwein. Schließlich möchtest du dir jetzt ein Notfall-Polster aufbauen. Ich weiß: aller Anfang ist schwer. Diese Anleitung gibt dir aber womöglich ein paar gute Tipps.

Schütze dein Einkommen: wenn du glaubst, es gibt Möglichkeiten nebenher noch Geld zu verdienen. Go for it! Abgesehen davon stehen mittlerweile nämlich Kurzarbeit, ausbleibende Vertragsverlängerungen sowie Entlassungen an der Tagesordnung. Während dein Arbeitgeber für die Beantragung des Kurzarbeitergelds verantwortlich ist, musst du dich im Fall der Arbeitslosigkeit sowie anderen staatlichen Hilfsleistungen (denk an: Arbeitslosen-, Eltern- sowie Wohngeld, aber auch die Soforthilfe) selbst darum kümmern. Melde dich dafür so schnell wie möglich beim Jobcenter, denn die warten momentan nicht unbedingt auf deinen Anruf.

Halte an deinen Investments fest: der Aktienmarkt befindet sich gerade auf einer Achterbahnfahrt. Bevor du jetzt aber in Versuchung kommst, dein Depot hundertmal zu checken, warte lieber ab. Die Vergangenheit sagt uns, dass sich die Märkte wieder beruhigen. Wenn du es dir leisten kannst, ist es womöglich sogar sinnvoll jetzt zu investieren. Nur so viel ist sicher, deine Ersparnisse solltest du dafür nicht anfassen.

Unterm Strich

Rezessionen sind eine wirtschaftliche Realität. Auch wenn es unterschiedliche Definitionen gibt, willst du nicht nur mental, sondern auch finanziell vorbereitet sein. Das betrifft deine Ausgaben genauso wie deine Ersparnisse. Erkundige dich auch nach staatlichen Hilfen – denn erst wenn es beantragt wird, kann auch ausgezahlt werden.