27 Januar 2020

Sag mal „nein“ und mache dich selbst zur Priorität.

Als Mensch sind wir ein soziales Wesen und sehnen uns entsprechend auch nach der Anerkennung anderer. Um Konfrontationen aus dem Weg zu gehen, sagen wir dann oftmals lieber „ja“. Damit verschwendest du aber nicht nur Zeit, Energie als auch Geld, sondern gibst dich auch ein Stückweit selbst auf. Höchste Zeit das also zu ändern.

Warum sage ich denn überhaupt immer „ja“?

Dir will jemand etwas verkaufen, deine Freunde wollen abends um die Häuser zu ziehen oder dein Chef bittet dich länger im Büro zu bleiben. Eigentlich hast du dafür gar keine Zeit oder Lust, aber du hättest ein schlechtes Gewissen, wenn du das jeweilige Angebot verneinst und so sagst du eben doch zu. Keine Sorge, damit bist du definitiv nicht alleine. Die Unfähigkeit Nein zu sagen entsteht meist in der Kindheit und geht mit deinem Selbstbewusstsein einher. Unterbewusst fühlst du dich wertvoll, wenn du etwas du für andere Menschen tust, denn ihre Bedürfnisse räumst du einen höheren Stellenwert als deinen eigenen ein. Das endet irgendwann in einem Teufelskreis bei dem deine Mitmenschen erwarten, dass du immer für sie da bist und ihren Erwartungen entsprichst.

Und wie komme ich jetzt davon weg?

1. Plane dein “Nein” schon im Vorfeld. 

Es ist definitiv schwierig ein Angebot abzulehnen, wenn du komplett unvorbereitet bist. Vor allem wenn du dabei Angst hast deinem Gegenüber auf die Füße zu treten. In diesen Fällen ist es einfacher „nein“ zu sagen, wenn du bereits im Vorfeld weißt wie du es formulieren sollst. Pro Tipp: Entschuldigungen lassen dich zwar höflicher, aber unentschlossener wirken. Lehne deshalb lieber kategorisch – sprich aufgrund deiner Prinzipien ab – oder schlage deinem Gegenüber eine bessere Idee vor

2. Habe langfristige Ziele

Langfristige Ziele sind wie ein Leitfaden und führen dich durch das Leben und deine Entscheidungen. So gibst du auch weniger kurzfristigen Versuchungen nach und kannst stattdessen Möglichkeiten bejahen, bei denen du dir selbst treu bleibst und dem entsprechen was du wirklich willst. Genau, dafür musst du eben erst einmal wissen was das wirklich ist.

3. Löse dich von der Angst etwas zu verpassen.

FOMO ist das Buzzword unserer Zeit. Dank Instagram und Co. haben viele von uns die Befürchtung etwas zu verpassen. Auf allen Hochzeiten zu tanzen, macht dich langfristig nur leider auch nicht glücklicher – sondern eher ärmer und vor allem ausgebrannt. Überlege dir deshalb, welche Aktivitäten dir Spaß bereiten und dich beruflich oder persönlich tatsächlich weiterbringen.

4. Trenne Absagen von Ablehnung.

Werde dir bewusst, dass eine Absage eine Anfrage und einen Menschen ablehnt. Es ist jedermanns Recht, dich um einen Gefallen zu bitten und so ist es deines es entsprechend abzulehnen. Dein Umfeld wird das verstehen. Klar, mag das nicht immer der Fall sein.

Wenn dir dein Gegenüber ein negatives Gefühl wie Angst, Schuldgefühle oder Wut vermittelt, nur weil du nicht ihren Wünschen nachkommst, dann solltest du dich womöglich von dieser Person komplett distanzieren oder den Kontakt zumindest einschränken. Pro Tipp: Je öfter du dein nein praktizierst, desto leichter wird es dir fallen – versprochen!

5. Werde die über die Kosten deiner Antwort bewusst.

In der Betriebswirtschaftslehre spricht man von Opportunitätskosten. Denn jede deiner Ausgaben erfordert nicht nur die direkten Aufwendungen, sondern auch die, die du stattdessen aufgibst. Sprich, ein Ja kostet dich anderweitig ein Nein. Denn deine Zeit ist begrenzt und so entsprechend wertvoll einzusetzen.

Zwei häufige Fragen:

Bin ich kein Egoist, wenn ich nur an mich denke? 

Ganz und gar nicht. Klar, möchtest du anderen Menschen gefallen und in ihrer Gunst stehen. Denke aber immer daran, dass du anderen nur Gutes tun kannst, wenn es dir selbst gut geht. Priorität Nummer eins hast also immer du.

Kann ich auch bei Freunden und Familie nein sagen?

Klar, mag es zunächst sinnvoll erscheinen, nachzugeben, um die Beziehung nicht zu gefährden. Nichtsdestotrotz brauchst du auch in diesem Fall nicht die Erwartungen anderer Menschen erfüllen. Das Zauberwort: Kommunikation. Am Ende wollen sie doch auch, dass es dir gut geht.

Unterm Strich

Komme was wolle, Zeit ist das wichtigste Gut. Gehe deshalb sorgfältig mit ihr um. Ein schlechtes Gewissen ist bei deinem nächsten „Nein“ also fehl am Platz.