19 März 2020

Mehr ist mehr: Gehaltserhöhung leicht gemacht

Frauen verdienen noch immer ein Fünftel weniger. Während das oftmals auf strukturelle Gründe zurückzuführen ist, gibt es selbst im Vergleich zu den männlichen Kollegen große Unterschiede. Genug damit, höchste Zeit, dass du dein Gehalt selbst in die Hand nimmst. Denn nur wer fragt, bekommt auch mehr.

Habe ich ein Recht auf eine Gehaltserhöhung?

Leider nein. Ein Recht auf eine Gehaltserhöhung gibt es nicht. Denn in der freien Wirtschaft ist das Gehalt eine reine Verhandlungssache. Falls keine Tarifverträge oder eine Betriebsvereinbarung besteht, können die Arbeitsgeber deshalb die Gehälter individuell vereinbaren.

Ich verdiene aber weniger als meine Kollegen…

Frauen ziehen häufig noch immer den Kürzeren was die Bezahlung angeht. Trotz gleicher Qualifikation und Position sei angemerkt. Das Gleiche kann dir aufgrund deines Alters oder deiner Herkunft passieren. Als Diskriminierung sieht das auch die Gesetzeslage an, weshalb du entsprechende Gehaltsansprüche gelten machen kannst. Wenn du dich wunderst, wie du das herausfindest: aufgrund des Entgelttransparenzgesetzes verpflichten sich alle Unternehmen mittlerweile zur Lohntransparenz. Sprich, du kannst überprüfen ob dein Gehalt im Vergleich zu deinen Kollegen fair ist. Falls dies nicht der Fall ist und du dies auch nachweisen kannst, dann steht deinen Ansprüchen eigentlich nichts mehr im Wege.

Und wie kann ich sonst eine Gehaltserhöhung bekommen?

Nett darum zu bitten, wird in den meisten Fällen nicht wirklich sonderlich erforderlich. Dein Chef oder deine Chefin wird diese Entscheidung mit großer Wahrscheinlichkeit rational treffen. Verdienst ist nicht umsonst ein Synonym von Gehalt – du muss es dir also verdienen. Mit der richtigen Vorbereitung kannst du aber deinem Chef auf die Sprünge helfen und ihm direkt wichtige Argumente liefern:

Deine Leistung und Verantwortung sind gestiegen. Überlege welche Aufgaben du bereits übernommen hast oder in Zukunft übernehmen kannst, um deine Verantwortung zu steigern. Nutze deshalb gezielt Möglichkeiten aus, Führungsaufgaben – wie die Einarbeitung neuer Mitarbeiter oder die Leitung eines Projekts – um deinem Vorgesetzten von deinen Fähigkeiten zu überzeugen. Geht nicht? Dann kümmere dich darum die Qualität oder Quantität deiner bisherigen Aufgaben auszubauen.

Die Firma kann durch dich Geld sparen. Vielleicht kannst du nicht weitere Aufgaben erledigen, aber dem Unternehmen durch deine Arbeit Kosten einsparen, die wiederum eine entsprechende Gehaltserhöhung rechtfertigen. Egal ob deine Entscheidungen zu Kostenersparnissen auf operativer Ebene führen oder du ständig unentgeltlich Kollegen vertrittst, halte die Einsparungen schriftlich fest, sodass du sie deinem Vorgesetzten auch vorlegen kannst.

Das Unternehmen profitiert von deiner Qualifikation. Wenn du aufgrund deiner Kenntnisse und Fähigkeiten unentbehrlich für das Unternehmen bist, hast du meist ein Ass im Ärmel. Das können zum Beispiel wichtige Fachkenntnisse sein, die dich wichtige Tätigkeiten ausüben lassen, die andere Kollegen sonst nicht machen können. Exzellente Kontakte zu Kunden oder Partnern sein von denen das Unternehmen profitiert. Aber auch Ideen und Strategien sein, die den Gewinn des Unternehmens nachhaltig steigert. Jetzt musst du dich nur noch trauen, deiner Chefin oder deinem Chef das klarzumachen.

Verstanden. Aber wie verhandle ich meine Gehaltserhöhung?

Studien haben ergeben, dass Frauen oft zu defensiv, schüchtern und unsicher auftreten, wenn es darum geht, ein faires Gehalt auszuhandeln. Wenn du dich fragst, wie du davon loskommst: definiere klare Ziele und bereite fundierte Argumente vor. Zu wissen wie viel du aushandeln willst versteht sich da hoffentlich direkt von selbst.

Wie viel mehr Geld darf ich eigentlich fordern?

Das kann man pauschal gar nicht so einfach sagen. Bleiben deine Aufgaben und die Verantwortung dieselben, dann macht es wenig Sinn die 10 Prozent Marke zu überschreiten. Ist das nicht der Fall, zum Beispiel nach einem Positionswechsel, dann darfst du auch mehr verlangen. Getreu dem Motto: „wer nicht wagt, der nicht gewinnt“ solltest du auch deine Gehaltsgespräche handhaben.

Unterm Strich

Sei dir bewusst, dass es absolut legitim ist für sich selbst die besten Bedingungen zu erreichen. Sei also mutig und vertrete deine Interessen, wenn du dein Wunschgehalt verhandelst. Geschenkt bekommst in jedem Fall nichts, also ist Vorbereitung das A und O.