30 März 2020

COVID-19 und dein Geld

Das Coronavirus betrifft jeden von uns. Nicht nur gesundheitlich, sondern vor allem finanziell. Angefangen von Mitgliedschaften im Fitnessstudio bis hin zu deinem monatlichen Gehalt. Da kommt einiges zusammen. Hier ist deshalb alles was du wissen musst. 

Das Wichtigste zuerst: Was ist mit dem Hilfspaket?

Die Regierung hat mittlerweile eine Milliardenhilfe beschlossen, um die Wirtschaft zu stützen. Dazu gehört ein Schutzschirm von 600 Milliarden für Unternehmen sowie weitere Milliarden, um Krankenhäuser unter die Arme zu greifen und den Lebensunterhalt sowie die Wohnung der Bürger zu sichern. Das Wichtigste:

Für Unternehmen: das größte Stück vom Kuchen sind demnach für Staatsgarantien vorgesehen. Sprich, der Bund will durch die staatliche Förderbank KfW nun 90 Prozent des Kreditrisikos der Unternehmen übernehmen. Damit sollen sie leichter an Kredite kommen. Wenn es hart auf hart kommt, gibt es zudem die Möglichkeit der staatlichen Übernahme. Voraussetzungen für diese Art von Unterstützung ist eine Bilanzsumme von mehr als 43 Millionen Euro, Umsätze von über 50 Millionen Euro und im Schnitt 250 Beschäftigte oder mehr.

Kleine Unternehmen und Selbständige: In diesem Fall stehen dir nicht nur Kredite, sondern auch Soforthilfen zur Verfügung. Sprich, echte Transferleistungen, welche nicht zurückgezahlt werden müssen. 50 Milliarden Euro stehen dafür bereit. Je nach Anzahl der Mitarbeiter erhältst du bis zu 15.000 Euro, um die finanziellen Einbußen auszugleichen. Voraussetzung ist jedoch, dass du„wirtschaftliche Schwierigkeiten in Folge von Corona“ erlitten hast. Sprich, vor dem 11. März darfst du nicht in wirtschaftlichen Schwierigkeiten gewesen sein.

Wie komme ich an die Soforthilfen und Co ran?

Das Geld wird von den Ländern verteilt, deshalb kann der Antrag auch meist direkt auf der Seite des jeweiligen Wirtschaftsministeriums heruntergeladen werden. Die Bearbeitung erfolgt jedoch meist durch die örtlichen Behörden. Abwickeln lässt sich aber alles online.

Ich bin angestellt. Wie läuft das mit dem Kurzarbeitergeld ab?

Den Antrag stellt dein Arbeitgeber, du selbst musst dich hingegen um nichts Weiteres kümmern. Was deine Ansprüche angeht, bekommst du 60% deines eigentlichen Nettogehalts. Bei Beschäftigten mit Kindern sind es aktuell sogar 67%. Das gilt nicht nur, wenn du 40 Stunden arbeitest, sondern auch falls du nur in Teilzeit beschäftigt bist. Keinen Anspruch auf Kurzarbeitergeld haben jedoch geringfügig Beschäftigte, Rentner und Bezieher von Krankengeld.

Apropos Kinder… Familien erhalten zudem leichteren Zugang zum Kinderzuschlag.

Wenn du dich jetzt fragst, was leichter heißt: du musst nur das Einkommen des letzten Monats vorweisen. Den Zuschlag von bis zu 185 Euro gibt es jedoch weiterhin ab einem monatlichen Einkommen von 900 Euro bzw. bei Alleinerziehenden ab 600 Euro. Den Antrag stellst du auf der Internetseite der Familienkasse. Darüber hinaus entfällt der Beitrag für Kita und Co, da diese geschlossen haben.

Was ist, wenn ich arbeitslos bin?

Erfolgt die Kündigung im Rahmen der Coronakrise, musst du dich wie sonst auch binnen 3 Tagen bei der Arbeitsagentur arbeitssuchend bzw. arbeitslos melden. Aufgrund der derzeitigen Lage erfolgt das aber online oder per Telefon. Zudem wurde der Zugang zum Arbeitslosengeld aka Hartz-IV erleichtert.  Heißt, auf eine Vermögensprüfung wird für einen Zeitraum von sechs Monaten verzichtet.

Und sonst?

Die Regierung hilft dir auch unter die Arme, wenn du deine Rechnungen nicht mehr zahlen kannst. Das fängt bei der Miete an und hört bei Strom, Krankenkasse und anderen Verträgen der „Daseinsvorsorge“ auf. Das heißt zwar nicht, dass du diese nicht mehr zahlen musst, aber zumindest stunden kannst. Diese dreimonatige Kündigungsfrist gilt auch für Darlehensverträge. Darüber hinaus kannst du dir auch mit deinen Steuerzahlungen Zeit lassen.  Von der Einkommens- bis zur Umsatzsteuer soll eine Zahlungspause zumindest vorerst für finanzielle Entlastung sorgen.

Was ist mit dem Bafög?

Auch hier sollst du keine Nachteile bekommen, nur weil COVID-19 einen Strich durch deine Ausbildung macht. Das heißt die Ausbildungsförderung wird in jedem Fall weitergezahlt.  Dies gilt auch wenn dir die Leistungen bereits bewilligt wurden, der Start deiner Ausbildung jedoch nach hinten verschoben wurde.

Wie sieht es mit dem Fitnessstudio und anderen Mitgliedschaften aus?

In deinem Vertrag wirst du wahrscheinlich keine Regelung für die derzeitige Situation finden. In jedem Fall bist du aber von deiner Beitragspflicht befreit, da die Studios derzeit schließlich geschlossen sind. Pro Tipp: Ein Blick auf dein Konto lohnt sich, insofern die Beiträge per Lastschriftverfahren eingezogen werden. Schlechte Karten hast du hingegen, was die Kündigung angeht. Die Coronakrise ist hierfür leider in der Regel kein Grund.

Was ist mit meinen geplanten Reisen?

Das Auswärtige Amt hat eine weltweite Reisewarnung bis Ende April ausgesprochen. Mittlerweile wurden alle Pauschalreisen bis dahin gestrichen, auch die meisten Individualreisen können kostenlos storniert werden. Nun überlegt die Regierung jedoch den Airlines die Möglichkeit zu geben stattdessen Gutscheine auszustellen. Diese könnten dann eingelöst werden, wenn der Flugbetrieb wieder hochgefahren wird, oder möglicherweise sogar zum späteren Zeitpunkt auch ausgezahlt werden. Was Reisen ab Mai angeht, ist generell Vorsicht geboten. Hier musst du noch mit Stornogebühren rechnen, wenn du selbst den Urlaub absagst. Am Ende kommt es immer auf den Einzelfall an, deshalb heißt die Faustregel: am besten mit dem Anbieter in Kontakt treten.

Wie sieht es bei anderen Tickets aus?

Grundsätzlich gilt: Wenn eine Veranstaltung ausfällt, hast du Anspruch darauf, den Ticketpreis zurückzubekommen. Mit einer Verschiebung musst du dich also nicht zufriedengeben. Ist das Ticket ohne ein Veranstaltungsdatum, sondern lediglich für einen bestimmten Zeitraum oder gar mehrere Alternativtermine verkauft, dann kann nach Ansicht der Verbraucherschützer jedoch etwas anderes gelten.