Deutsche Autohersteller vom Boom in den Überlebenskampf

Die Story

Die vergangenen Monate und Jahre waren nicht einfach für die deutsche Autoindustrie. Letztes Jahr dann trotzdem ein weiteres Rekordjahr für die Autobauern. Nun aber vervielfältigen und beschleunigen sich die Probleme.

Was ist passiert?

Es gibt noch immer Probleme mit den Abgasen, während die Digitalisierung und Elektromobilität hohe Investitionen verlangen. Gleichzeitig bedroht der Handelskonflikt mit den USA, der bevorstehende Brexit sowie die schwächelnde Chinesische Wirtschaft die Absätze der Hersteller. Die Management-Etage der Industrie wurde bereits erschüttert. Die Ruhe vor dem Sturm ist definitiv vorbei…

Warum steht die Automobilbranche immer im Fokus?

Im Jahr 2017 setzte die Automobilbranche 436 Milliarden Euro um – das entspricht 13% der Wirtschaftsleistung und schafft gleichzeitig 820 Tausend Arbeitsplätze. Denn neben den führenden deutschen Autoherstellern, sind in Deutschland auch wichtige Lieferanten wie Bosch, Continental, ZF, BASF etc. ansässig. Aus diesem Grund sind indirekt sogar 1,8 Millionen Arbeitsplätze von der Autoproduktion abhängig.

Aber sieht denn alles wirklich so schlecht aus?

Die deutsche Autoindustrie lebt von ihrem Ruf und dem Gütesiegel „Made in Germany“. Dieser ist aber seit der Dieselgate-Affäre negativ behaftet. Darüber hinaus, kosten diese Skandale auch Geld. Geld das zeitgleich für Innovation und Digitalisierung fehlt. Angesichts des wachsenden Wettbewerbs aus China und den USA sind diese Transformationsprozesse aber überlebenswichtig. Denn insbesondere chinesische Hersteller haben in den vergangenen zehn Jahren aufgeholt und sind mittlerweile sogar Marktführer im Bereich der Elektromobilität. Daneben gibt es natürlich Tesla. Das Unternehmen von Elon Musk lieferte im vergangenen Jahr mehr als 200 Tausend Elektroautos aus. Fast doppelt so viele wie BMW, mehr als vier Mal so viele wie VW und von Daimler erst gar nicht zu sprechen, denn diese haben bisher nicht einmal ein rein elektrisches Modell am Start. Gleichzeitig geht aufgrund der Urbanisierung, dem Trend zur Nachhaltigkeit sowie  einer Vielzahl an Alternativen wie Car Sharing die Nachfrage nach PKWs auch stetig zurück.

Der Kontext

Der Markt verdichtet sich zunehmend und wird zeitgleich an Volumen verlieren. Heißt Unternehmen, die nicht mithalten können oder wollen, werden in naher Zukunft nicht mehr wettbewerbsfähig sein. Die technologische Transformationen und eine zurückgehende Nachfrage von Kunden wirken sich negativ auf den Absatz und somit auf die Arbeitsplätze aus. Heißt der Staat wird einerseits Einnahmen durch Steuern verlieren, während gleichzeitig die Sozialkasse gefordert wird.

Und was ist die Lösung?

Trotz der negativen Rahmenbedingungen kommt es darauf an wie die deutsche Automobilindustrie strategisch vorgeht. Es wird Zeit die Herausforderung anzunehmen und ihr bisheriges Business Modell zu überdenken. Statt Autobauer zu Mobilitätsanbietern werden. Den Fokus auf Software legen indem sie Entwickler statt Ingenieure einstellen und mit Pionieren aus anderen Branchen Partnerschaften eingehen. Gleichzeitig gäbe es Möglichkeiten zu fusionieren, um ihre Verhandlungspositionen zu stärken und Skaleneffekte zu erhöhen.

Unterm Strich

Die Automobilindustrie ist mitten im Umbruch. Technologische Transformationen und ein Wandel der Nachfrage erfordern ein Umdenken des bisherigen Business Modells. Daher geht es nun darum langfristig zu denken, auch wenn deutsche Autohersteller kurzfristig dafür weniger Gewinne in Kauf nehmen müssen. Denn aufgrund der gravierenden strukturellen Probleme – geht es darum in Zukunft relevant zu bleiben, indem sie sich digitaler aufstellen und vor allem auch ihr Personal für den Umbruch bereit machen.

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